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  Vom Lernen und Entlernen. Fotografie und Fotokunst auf der documenta 14 in Kassel. - Seite 4


Bücher und andere Drucksachen finden sich, vor allem in der Neuen Galerie, immer wieder in Vitrinen als Beleg für dieses und jenes – von der Kasseler revolutionären Zeitschrift „Hornisse“ (1850) über ein Heft mit Zeichnungen „Hungry Bengal“ (1943) oder den Band „Divine Horsmen: Living Gods of Haiti“ (1953). Es gibt noch andere Zeugnisse von historischen oder künstlerischen Ereignissen bis hin zu einem Objekt von Marcel Broodthaers („Magie“, 1973) und einer Materialsammlung von und zu Annie Sprinkle. Das alles könnte Nachforschungen anstoßen, dürfte aber ansonsten leicht im Strudel der Masse an Werken übersehen werden. Dieses Aufblitzen formuliert das gedankliche Spektrum der Ausstellung nicht aus, sondern reißt es nur an.

Immerhin ein Fotobuch ist zu entdecken, nämlich die „Kriegsfibel“ (1955) von Bertolt Brecht als unscheinbarer Teil einer Installation von Daniel Garcia Andujar („The Disaster of War/Trojan Horses“, Neue Neue Galerie). Im gleichen Raum lag dann auch noch, fein säuberlich von Maret Anne Sara in einer meterlangen Vitrine ausgebreitet, der Ausdruck des norwegischen Gesetzes über das Halten von Rentieren – absurde Bürokratie, wie sie nicht nur in Norwegen in das Leben eingreift und uralte Erfahrungen zu regulieren versucht. Jetzt auch als Künstlerbuch (www.kasselerfotobuchblog.de/kunst-mit-realen-nazis/) gibt es die aus Reproduktionen (Fotos u.a. von Walter Frentz, Tita Binz, Fritz Kempe, eines von August Sander!) zusammengestellte Serie „Real Nazis“ (2017) von Piotr Uklanski, die in der Neuen Galerie um Hitler als Zentrum gruppiert ist. Erschreckend, doch der Vorgänger „The Nazis“ (1999, mit Abbildungen von Schauspielern in Nazi-Rollen) war subtiler. Uklanski hat auch Joseph Beuys (unterste Reihe, 7. von rechts) mit aufgenommen; die „Real Nazis“ fanden ihren Platz vor dem Raum mit Beuys´ nicht für die d14 abgeräumten Hauptwerk „Das Rudel“ (hier installiert 1976).

11.06.2017

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