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  Vom Lernen und Entlernen. Fotografie und Fotokunst auf der documenta 14 in Kassel. - Seite 3


Die Ausstellung wendet sich gegen ein kleinbürgerliches Verständnis von Lernen, nach dem „alles, was man nicht in wenige, einfache Worte packen kann, gefährlich oder bedrohlich ist“ (so sagte es der künstlerische Leiter Adam Szymczyk am 2.4.2017 im Deutschlandfunk (www.deutschlandfunk.de/documenta-kurator-adam-szymczyk-die-kunst-hat-eine.911.de.html?dram:article_id=382838). Ein gewisser Rest des „Nicht-Verstehens“ sei „fundamental für die Erfahrung von Kunst“. Wenn man denn bereit ist, sich darauf einzulassen und die vielen, vielen Brocken, die die Kuratoren ausstreuen, aufzupicken. Ein wenig Brüder Grimm oder etwas aus der Familie Gurlitt? Wie wär´s mit dem Godesberger Programm der SPD? Oder mit einer Zeichnung der Akropolis von Theodor Heuss, mit erschütternden Dokumenten aus dem künstlerischen Schaffen des nach einem Unfall armlosen Lorenz, später Lorenza Böttner? Was sagt mir das stramme Training von Unterschenkelamputierten (Filminstallation von Artur Zmijewski)? Immer wieder tauchen Masken in Filmen (Samnang Khvay im Ottoneum), auf Fotos (Gauri Gill im Landesmuseum) oder als Objekte (Beau Dick, documenta-Halle) auf oder in fast ethnographischer Herangehensweise werden Handwerk und Gebräuche bestimmter Gegenden thematisiert, wobei Olaf Holzapfel sogar auf den Fachwerkbau eingeht. Neben Masken kommen auch Fahnen bzw. Fahnenartiges und vor allem Bücher sehr häufig vor, natürlich in der Grimmwelt, wohin das so gut passt wie ein wenig Volkskunde ins Landesmuseum, etwas Natur ins Naturkundemuseum und Arbeiten über Liebe und Tod in das Museum für Sepulkralkultur. Maria Eichhorn beschäftigt sich in ihrem aufwändig installierten „Rose Valland Institut“ (Neue Galerie) mit von den Nationalsozialisten geraubter Kunst und präsentiert u.a. ein turmartiges Regal voller „unrechtmäßig aus jüdischem Eigentum erworbene[r] Bücher“ aus der heutigen Zentral- und Landesbibliothek Berlin, den Bildband „Witnessing the Robbing of the Jews“ von Sarah Gensburger (2015) sowie eine von den Besuchern benutzbaren Handbibliothek zum Thema Raubkunst und Holocaust (www.rosevallandinstitut.org). In der Torwache stehen zwei schmale Regale mit „speziell ausgewählte[r] Fachliteratur aus dem Bereich Tanz und Performance“ (www.lesgensduterpan.com/proj_bibliotheque_uk.html), die zum Beitrag von Annie Vigier und Franck Apertet gehören.

11.06.2017

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