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  Vom Lernen und Entlernen. Fotografie und Fotokunst auf der documenta 14 in Kassel. - Seite 2


Die Ausstellung mag Kunst in ästhetisch rand- und widerständigen Formen dokumentieren und in den Mittelpunkt stellen, aber das Ausstellen an sich wird nicht hinterfragt und ist konventionell mit Rahmen, Vitrinen und aufmerksamen Ordnern, die wie üblich darauf achten, dass die Objekte nicht vom Betrachter begriffen werden. Allein durch die absichtsvoll bunt vermischte Anordnung der einzelnen Beiträge Verwirrung oder auch Querbezüge zu stiften ist noch keine Innovation. Letztendlich wird doch wieder Vermittlung betrieben: Die Ausstellungsführer sind hier ein „Chor“, der „Spaziergänge“ statt Führungen anbietet, die (in den ersten drei Tagen teils noch nicht komplett vorhandenen) Namens- und Erläuterungsschilder gehören zu den am meisten fotografierten Objekten in der Ausstellung. Katalog (bestehend aus „Daybook“ und dem eigentlichen Exponatenverzeichnis „Map Booklet“) und Website bieten weitere, zuweilen bitter nötige Informationen, wenn auch im „Daybook“ nicht alphabetisch geordnet, sondern nach den 163 Tagen der Dauer der Ausstellung in Athen und Kassel. Wie passt das zur Idee des „Entlernens“? Kann man nicht allein auf die Offenheit der Besucher vertrauen, das Große Ganze zu verstehen? Trotz aller Freiheit, die man sich nimmt und die man für die Kunst reklamiert (bis hin zur Umbenennung der Holländischen Straße auf dem Ausstellungsplan), zeigt sich, dass die von der öffentlichen Hand subventionierte Ausstellung nicht frei von „Sachzwängen“ agieren kann.

Die d14 kann, wenn sie will, nicht nur anstrengend, sondern richtig populär sein. Der schmucke Büchertempel von Marta Minujin auf dem Friedrichsplatz wird jetzt nachts dekorativ beleuchtet! „The Parthenon of Books“ funktioniert perfekt als Hingucker und Treffpunkt und bietet gleichzeitig zum Thema Zensur ein politisch korrektes Konzept, das die Bevölkerung und die Kasseler Uni über Bücherspenden einbezieht. Im Fridericianum, sonst das Herz der Ausstellung, wird eine Art Retrospektive moderner Kunst unter besonderer Berücksichtigung Griechenlands geboten, denn hier werden vor allem Arbeiten aus dem Bestand des Museums EMST in Athen ausgestellt, ein Haus, das aufgrund der finanziellen Krise bislang nicht eröffnet werden konnte. Spannender sind da die beiden anderen großen Ausstellungsorte Neue Galerie und die „Neue Neue Galerie“ in dazu umgenutzten Fahrzeughallen und kleineren Räumen des Hauptpostamtes.

11.06.2017

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